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Geschichtlicher Rückblick auf die ersten 50 Jahre

Den Ortsteil Hochbrück gibt es erst seit Ende des 2. Weltkrieges, obwohl schon im 17. Jahrhundert der Brückenpeterhof mit der “Hohen Brücke“ über den neu angelegten Schleißheimer Kanal urkundlich erwähnt wird. Hier auf dem Lagergelände der früheren Wehrmacht, einer ehemaligen Berufsschule für Verwundete, siedelten sich Flüchtlinge, entlassene Kriegsgefangene und Wohnungslose in den vorhandenen Baracken an. Durch die Nähe zur Stadt München und dem größten Arbeitgeber damals, der amerikanischen Armee, kurz “Amis“ genannt, hatte Hochbrück regen Zulauf. Die Baracken und das so genannte Steinhaus, einziges zweigeschossiges Ziegelhaus auf dem Gelände, wurde zu Wohnungen umgebaut.

Die Brandgefahr in den Holzbaracken mit Feststofföfen als Heiz- und Kochgelegenheit war besonders groß. Schnelles Eingreifen in der Entstehungsphase von Bränden war notwendig, doch die schon lange bestehende Feuerwehr Garching war, für damalige Verhältnisse, relativ weit entfernt. Dieses wurde auch von der Gemeindeverwaltung Garching erkannt und deshalb war man darauf bedacht, in Hochbrück eine eigene Löschgruppe ins Leben zu rufen. Die ersten Versuche da zu schlugen leider fehl.

Im Dezember 1956 sprach der damalige Bürgermeister Josef Amon den aus Schlesien stammenden Rudolf Schöppe an, ob er nicht die Aufstellung einer örtlichen Feuerwehr übernehmen könne. Dem Bürgermeister war bekannt geworden, dass Rudolf Schöppe bereits 16 Jahre aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr in seinem Heimatort Brieg gewesen war. Am 22.01.1957 lud Rudolf Schöppe zur Gründungsversammlung in die örtliche Gaststätte Mau ein. Er hatte vorher mit einigen ihm bekannten jungen Männern gesprochen und ihnen sein Anliegen erklärt. In dieser Versammlung wurde die Freiwillige Feuerwehr Hochbrück gegründet. Es traten 29 Mitglieder bei, 11 davon als fördernde Mitglieder. Am selben Abend wurde auch gewählt: Gerhard Jurisch wurde erster Vorsitzender, Rudolf Schöppe sein Stellvertreter und Kommandant, Schriftführer wurde Fritz Grundke, Kassenwart Rudi Richter und Zeugwart Heinrich Namislo. Zum stellvertretenden Kommandanten wurde Johann Muschinski gewählt.

Für die erste Ausrüstung sorgte Bürgermeister Amon mit einem vollgummibereiften Anhänger für Mannschaftszug (d.h. der Anhänger wurde von den Feuerwehrmännern gezogen) aus dem Jahre 1935 mit tragbarer Einheitsmotorspritze Marke Kölbel. Diese wurde zunächst vom Maschinisten Walter Furchtsam überholt und gangbar gemacht und konnte erst dann verwendet werden. Der Anhänger wurde in einer Garage in der Kirchstraße 8, die früher zum Steinhaus gehörte, untergestellt. Im Frühjahr wurden mit großem Idealismus die ersten Übungen abgehalten, allerdings ohne jede Schutzkleidung. Diese wurde erst nach einem Jahr von der Gemeinde beschafft. Die Bevölkerung sah zwar die Bemühungen der Mannschaft, brachte ihr aber wenig Glauben an ein längeres Bestehen der Feuerwehr entgegen.

Der erste Einsatz war der nächtliche Brand des Bienenhauses von Herrn Stifter an der Ingolstädter Landstraße in Höhe der “Gaststätte Hochbrücker Alm“. Viel konnte hier durch den langen Alarm- und Anfahrtsweg allerdings nicht gerettet werden.

Der erste Ausflug in der Vereinsgeschichte führte im Gründungsjahr an den Achensee nach Österreich. Die Kosten für den Busausflug betrugen 329 DM. Die Kalkulation muss aber nicht ganz schlüssig gewesen sein, denn laut Jahresbericht des Kassiers mussten noch 20 Pfennige pro Person nachkassiert werden.

1958 wurde der alte, klapprige Anhänger durch einen etwas besseren mit Luftbereifung ersetzt, der jetzt von einem Bulldog gezogen werden konnte. Dieses übernahm der Landwirt Josef Kink, der auch der Feuerwehr beigetreten war. Jetzt war man wesentlich beweglicher und konnte sogar bis nach Garching fahren.

Hier fand 1958 der Kreisfeuerwehrtag des Landkreises München statt. Der Kommandant wollte auf jeden Fall teilnehmen und die Wehr der Öffentlichkeit als schlagkräftige Truppe präsentieren. Viele vorbereitende Übungen mit der Gruppe im Löscheinsatz waren gemäß einer neu erlassenen Dienstvorschrift notwendig. Die Schulübung fand nach der Tagung am Nachmittag in der Nähe der Garchinger Molkerei auf dem jetzigen Maibaumplatz statt. Der Löschaufbau klappte hervorragend, die Pumpe lief und aus allen drei Strahlrohren kam Wasser. Dieser hohe Ausbildungsstand brachte der Hochbrücker Wehr auch den Respekt und die Anerkennung der größeren Feuerwehren des Landkreises ein. Kreisbrandinspektor Scherzl zeigte vollste Zufriedenheit mit den Leistungen der Hochbrücker, die ja die jüngste Feuerwehr im Landkreis München waren.

Auch die Gemeinde Garching sah jetzt hier Investitionen richtig angelegt, und die Beschaffung eines gebrauchten Fahrzeuges konnte in Erwägung gezogen werden. Eine Verbesserung der Alarmierung brachte die 1959 auf einem Holzmast neben dem Gerätehaus installierte Sirene.

1960 wurde mit Beziehungen zu den US-Streitkräften ein ausrangiertes LF 20 amerikanischer Bauart für 6.000 DM erworben und 1961 in Dienst gestellt. Das circa 9 Tonnen schwere Fahrzeug wurde von einem Sechszylinder-Benzinmotor mit 7,8 Liter Hubraum, der stolze 80 PS leistete, angetrieben. Dieses Fahrzeug, Baujahr 1952, hatte einen 800 Liter Löschwassertank und eine Mittelpumpe mit Schnellangriffseinrichtung, das war zur damaligen Zeit wirklich revolutionär. Das Fahrzeug konnte in der zweiten Einfahrt der vorher erwähnten Garage untergestellt werden. Allerdings konnten nur Fahrer und Beifahrer im Fahrerhaus Platz nehmen, die Mannschaft saß, wie in Amerika üblich, auf den Schläuchen oder stand auf dem Trittbrett. Mit den heutigen Unfallverhütungsvorschriften hatte dieses wenig zu tun, aber es waren auch andere Zeiten damals. Zur Warnung nachfahrender Fahrzeuge war am Heck des Löschfahrzeuges ein großes Schild “Achtung Druckluftbremse“ angebracht, das auf die große Bremswirkung des Fahrzeuges, die anscheinend damals nicht üblich war, hinwies. Es ist aber in der gesamten elfjährigen Einsatzdauer dieses Fahrzeuges zu keinem Unfall gekommen.

Mit der Anschaffung des Fahrzeuges zeigte die Gemeindeverwaltung großes Vertrauen in den Bestand der Wehr. Da durch sahen sich die Feuerwehrmänner motiviert, aus persönlichen Mitteln die blauen Ausgehuniformen anzuschaffen. Auch so etwas ist sicher nicht all täglich.

Am 16.06. und am 12.07.1961 legten zwei Gruppen die Leistungsprüfung mit Erfolg ab und erhielten das Leistungsabzeichen in Bronze.

1962 wurde die gesamte Baracke in der Kirchstraße 8 der Feuerwehr von der Gemeinde Garching als Gerätehaus zur Verfügung gestellt. In Eigenleistung wurde die einliegende Wohnung zum Unterrichtsraum umgebaut. Jetzt konnten die Unterrichtseinheiten und Dienstbesprechungen, die sonst im Keller des Hauses Schöppe stattfanden, in eigenen Räumen abgehalten werden.

1965 wurde die Sirene auf die neugebaute Schule in der Jahnstraße umgesetzt. Die Alarmierung erfolgte aber immer noch nach dem alten Schema. Die Polizei rief bei Herrn Ludwig Palmowski an, dieser fuhr zur Schule, löste die Sirene aus und informierte die ersten eintreffenden Wehrmänner. Die Schutzkleidung hatte jeder bei sich zu Hause, und so waren die zum Feuerwehrhaus eilenden Männer für jeden als Feuerwehrler erkennbar. Der Probealarm zur Überprüfung der Sirene wurde von Paul Zölfel pünktlich alle zwei Wochen ausgelöst.

Bis 1965 war der alte Tragkraftspritzenanhänger im Dienst. Dieser wurde durch einen Bulldog oder von Hand gezogen, was heute kaum noch vorstellbar ist. Bei Einsätzen und Übungen wurden die als Zugmannschaft eingeteilten Feuerwehrmänner von der Bevölkerung mehr belächelt als geachtet.

So kann es nicht weitergehen, war die einhellige Meinung der Feuerwehrführung, und sie brachte ihr Anliegen wiederum dem Bürgermeister Amon in der Jahreshauptversammlung vor. Dieser war, wie übrigens alle seine Nachfolger, den Anliegen der Hochbrücker Feuerwehr nicht abgeneigt. Man kam überein, ein geeignetes Transportfahrzeug, natürlich gebraucht und günstig, für die vorhandene Tragkraftspritze zu beschaffen.

Der Zufall wollte es, dass genau zu dieser Zeit eine Firma, die mit dem Verkauf von ehemaligen Bundeswehrfahrzeugen betraut war, viele Gemeinden anschrieb und Fahrzeuge zum Erwerb anbot. Dieses Schreiben leitete Bürgermeister Amon an den Kommandanten Rudolf Schöppe weiter.

So fuhren Rudolf Schöppe und Maschinist Walter Furchtsam nach München zu besagter Firma und wurden fündig. Ein ehemaliger Funkwagen der Marke Borgward mit festem Aufbau wurde für 2000 DM erworben. Dieses Fahrzeug ist dann in Eigenleistung und unter Mithilfe der Firma Voith als Tragkraftspritzenfahrzeug ausgebaut worden. Lediglich die rote Außenlackierung wurde vergeben.

Auch eine neue TS 8/8 wurde auf Anraten des Kreisbrandmeisters Oberauer beschafft, und so konnte das Fahrzeug 1966 mit neuer Tragkraftspritze in Dienst gestellt werden. ab diesem Zeit punkt war die Feuerwehr Hochbrück mit zwei Fahrzeugen für die damaligen Verhältnisse sehr gut ausgerüstet. Bei den vielen Mülldeponiebränden jener Zeit bewährte sich das allradgetriebene TSF bestens.

Am 11.07.1967 legte wieder eine Gruppe die Leistungsprüfung ab und erhielt eben falls das bronzene Leistungsabzeichen. In diesem Jahr wurde auch ein neuer Vereinsvorsitzender gewählt, dieses Amt wurde seit 1958 vom Kommandanten in Personalunion geführt. Zum Vorsitzenden wurde Bernhard Hildebrand gewählt.

In einer nebligen Novembernacht des Jahres 1967 ereignete sich der bis dahin größte Brand in Hochbrück. In der Hochbrücker Holzkirche “Zu den heiligen Engeln“ hatte ein Schwelbrand im Dachbereich auf die gesamte Dachkonstruktion übergegriffen. Die Blechbedachung machte ein Erfolg versprechendes Löschen von Außen unmöglich. Erst nach Öffnen der Dachhaut mit Äxten konnte ein wirksamer Löschangriff vorgetragen werden. Trotz massiver Nachbarschaftshilfe der Feuerwehren aus Garching und Oberschleißheim, gelang es lediglich den Sakristeianbau zu retten. Viele Feuerwehrmänner und ältere Bürgerinnen und Bürger aus Hochbrück werden sich an diese Nacht vom 25. auf den 26. November 1967 erinnern.

Im Herbst 1971 traf ein schwerer Schlag die Hochbrücker Feuerwehr. Das LF 20 war mit Getriebeschaden nicht mehr einsatzbereit und eine Instandsetzung überstieg den Gesamtwert des Fahrzeuges erheblich. Die Haushaltsmittel der Gemeinde waren knapp, ein neues Fahrzeug für Hochbrück nicht geplant.

Licht am Ende des Tunnels war aber in Gestalt der Olympischen Spiele 1972 in München zu sehen. Zuschüsse flossen reichlich für mancherlei Erneuerungen und Beschaffungen in den Gemeinden. In Hochbrück wurde die Olympia-Schießanlage gebaut und hierfür war der Brandschutz zu übernehmen. Ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 wurde bestellt und musste im Sommer 1972 einsatzbereit zur Verfügung stehen. Die Gemeinde Garching erhielt einen Zuschuss von 75.000 DM und das Fahrzeug wurde in Absprache mit der Garchinger Wehr in Hochbrück stationiert. In diesem Fahrzeug war auch das erste Funkgerät der Feuerwehr Hochbrück eingebaut, mit dem jetzt eine Verbindung zur Einsatzzentrale im Landratsamt und zu anderen Feuerwehren möglich war. Auch die Sirenenauslösung über Funk in Garching und Hochbrück wurde in diesem Jahr eingerichtet. Somit war eine schnellere Alarmierung möglich.

Im selben Jahr erreichte Kommandant Rudolf Schöppe die Altersgrenze für den Feuerwehrdienst. Zum neuen Kommandanten wurde Walter Furchtsam gewählt, Rudolf Schöppe wurde Ehrenkommandant.

Im folgenden Jahr wurden Stimmen zu einer eigenen Vereinsfahne laut und die Vorstandschaft beschloss deren Beschaffung. Die Mittel des Vereins reichten natürlich nicht aus, deshalb spendeten viele Hochbrücker, hier ansässige Firmen und die Gemeinde Garching bis der Kaufpreis von 4.500 DM zusammengebracht war. Die neue Fahne wurde 1974 in einem Festgottesdienst zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr Garching geweiht.Unsere Fahnenmutter war Leni Bauer und die Garchinger Feuerwehr übernahm die Patenschaft für die Fahne. Zu diesem Jubiläum wurde in Garching auch das neu errichtete Gerätehaus eingeweiht.

1977 wurde das 20-jährige Bestehen der Wehr mit einem Festabend im Pfarrsaal der Kirche St. Franziska Romana begangen. Man blickte zurück auf das bisher Geleistete, denn dass die Feuerwehr einen so langen Bestand haben würde, glaubten am Anfang nur wenige.

Ein Jahr später, 1978, wurde das erste Bierfest mit Musik vor dem Gerätehaus gefeiert und ins jährliche Veranstaltungsprogramm aufgenommen. Daraus entwickelte sich das heute bekannte und beliebte Sommerfest der Feuerwehr mit Grillspezialitäten und Blasmusik. Die Feuerwehr gehört damit in Hochbrück zu einem wichtigen Teil des öffentlichen Lebens.

Viele Müllgrubenbrände, besonders nachts und am Wochenende, forderten unsere Feuerwehr in den 70er-Jahren. 1978 bekamen wir als eine der ersten Feuerwehren in Landkreis München eine Strahlenschutzausrüstung für Gefahrengruppe 3 zugewiesen, weil dieses Gefahrenpotential im Gewerbegebiet und im Forschungsgelände vorhanden war. Über diese Ausrüstung war nicht jeder Feuerwehrdienstleistende hocherfreut. Zu dem Großbrand im Physik-Department auf dem Forschungsgelände im Mai 1979 wurden wir, wie der gesamte nördliche Landkreis, auch alarmiert. In der Presse fand dieser Brand ein großes Echo, selbst im Fernsehen wurde berichtet.

1980 wurde ein gebrauchter VW-Bus zum Mannschaftstransport beschafft, in Eigenleistung umgebaut und 1981 in Dienst gestellt. Jetzt war es nicht mehr notwendig, dass bei größeren Einsätzen mit Privatfahrzeugen zur Einsatzstelle gefahren werden musste.

1981 nahm die Feuerwehr Hochbrück auf Anregung des Kameraden Wolfgang Eberle zum ersten Mal am Ferienprogramm der Nachbarschaftshilfe mit einer Schauübung und einem Info-Nachmittag teil. Das Interesse der Kinder überstieg die Erwartungen bei Weitem: Über 80 Kinder aus Garching und Hochbrück nahmen teil und waren von Feuerwehr und Brotzeit begeistert. Diese Veranstaltung ist zu einem festen Bestandteil des Ferienprogramms geworden und wird bis heute jedes Jahr am letzten Wochenende der Sommerferien durchgeführt.

Im Sommer 1982 wurde das 25-jährige Bestehen unserer Feuerwehr gefeiert, diesmal schon mit Festzelt vor dem Gerätehaus. Festabend, ökumenischer Gottesdienst und erstmals ein Festzug mit Blasmusik und den Nachbarfeuerwehren durch Hochbrück gehörten dazu.

Für die Feuerwehr Hochbrück kündigte sich Anfang der 80er-Jahre eine große Verbesserung an. Die Gemeinde Garching plante, in Hochbrück an der Voithstraße ein Ortsteilzentrum mit Feuerwehrgerätehaus zu errichten. Nach dem Architektenwettbewerb und der Auswahl des zu realisierenden Vorschlages konnte 1982 mit dem Bau begonnen werden. Das Richtfest war am 26.11.1982 unter Beteiligung aller Aktiven auf der Baustelle, der Richtschmaus allerdings im Ratskeller des Bürgerhauses Garching. Die Einweihung des gesamten Komplexes durch Bürgermeister Helmut Karl fand am 28.10.1983 statt, diesmal wurde schon in Hochbrücker Räumen gefeiert. Die Feuerwehr zog im Dezember aus der alten Baracke an der Kirchstraße in die neuen Räumlichkeiten um. Das Gerätehaus mit den drei Einfahrten und den Nebenräumen war ein Meilenstein in der Entwicklung unserer Feuerwehr. Jetzt konnte auch die Schutzkleidung, wie überall üblich, im Gerätehaus untergebracht werden. Somit entfiel bei einem Einsatz oft der Umweg über die Wohnung, um die Einsatzkleidung zu holen.

Zu dem bis dahin längsten Einsatz außerhalb der Gemeindegrenzen wurde die Feuerwehr Hochbrück, wie alle Feuerwehren des Landkreises München, nach einem Hagelunwetter im Juli 1984 in das Bezirkskrankenhaus Haar gerufen. Zwei Tage lang wurden hier Dächer gesichert und dann mit Brettern und Folien verschalt.

Der traditionelle Faschingsball wird jährlich seit 1958, damals noch Faschingsvergnügen genannt, von der Feuerwehr in verschiedenen Gaststätten der Umgebung veranstaltet. 1985 wird zum ersten Mal in der Fahrzeughalle gefeiert, um allen Hochbrückern die Möglichkeit zu eröffnen den Ball zu Fuß zu besuchen. Die Veranstaltung wurde unter Mitarbeit aller Aktiven ein großer Erfolg und wird bis heute in diesem Rahmen gefeiert. Lediglich einmal ist der Faschingsball wegen Beginn des Golfkrieges ausgefallen. 1985 stellte sich der amtierende Kommandant Walter Furchtsam aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Zum neuen Wehrführer wurde Rudi Naisar gewählt. Er übt diese Funktion bis heute aus. Walter Furchtsam wurde Ehrenkommandant und war weiterhin Vorstand des Feuerwehrvereins.

Auch eine andere Veranstaltung ist in Hochbrück zur Tradition geworden. Seit dem 1. Mai 1986 stellt die Feuerwehr Hochbrück in alter Manier einen Maibaum von Hand auf. Alle fünf bis sechs Jahre wird ein neuer Baum aufgestellt. Der Maibaum, zwischen 23 und 25 Meter lang, wird im Januar gefällt und geschält, im März an einen sicheren Platz verbracht, bewacht und hergerichtet. Die Aufstellung ist immer ein großes Fest in Hochbrück. Blasmusik spielt, Bier und Brotzeit stehen bereit, die Sonne strahlt und die Bevölkerung kommt in Scharen um das nicht alltägliche Schauspiel des Aufrichtens zu sehen. Man sieht, die Feuerwehr ist aus dem örtlichen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken.

1986 erhielten wir ein neues Mehrzweckfahrzeug für den altersschwachen VW-Bus. An diese Beschaffung, und damit zur Auschussgewährung, war der Erwerb eines Löschgruppenfahrzeuges LF8 mit technischer Hilfeleistungs-Ausrüstung gekoppelt. Dieses Fahrzeug konnte 1987 seiner Bestimmung übergeben werden und ersetzte damit das Borgward-TSF, Baujahr 1957. Diese Beschaffung kann als weiterer Meilenstein gewertet werden, denn jetzt war die Feuerwehr Hochbrück auch mit hydraulischen Rettungsgeräten, mit Stromerzeuger und mit Flutlichtstrahlern ausgerüstet. Mit dieser Ausrüstung konnte jetzt effiziente Hilfe, besonders bei Verkehrsunfällen, geleistet werden.

1987 feierten wir unser 30-jähriges Bestehen, wieder mit einem Festzelt, diesmal auf dem Acker gegenüber dem neuen Gerätehaus, vier Tage lang. Viele Höhepunkte, wie Kindermodenschau, Wahl des schönsten Feuerwehrmannes und großer Festzug durch Hochbrück, blieben in Erinnerung. Dass das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat, war nur ein kleiner Wermutstropfen.

Die darauf folgenden Jahre waren durch Großeinsätze für unsere Feuerwehr gekennzeichnet. Am Mittag des 20. Juli 1988 entstand in einer Lagerhalle in der Daimlerstraße, in der Nähe des heutigen U-Bahnhofes, ein Brand, der sich zu einem Großbrand, wie wir ihn bis dahin noch nicht erlebt hatten, entwickelte. Das Objekt war von den Seiten nur schwer zugänglich und damit ein Löschangriff ohne Gefährdung nicht überall möglich. Alle Feuerwehren unseres Abschnitts – d.h. Garching, Ober- und Unterschleißheim, Badersfeld und Riedmoos – waren hier in Hochbrück eingesetzt. Die Temperaturen an diesem heißen Sommertag waren so hoch, dass die Bitumenabtrennungen der Gehsteige durch die Sonne schmolzen und an unseren Schläuchen kleben blieben. Auch die Belastung für die eingesetzten Feuerwehrdienstleistenden durch die Hitze war außergewöhnlich hoch. Die Feuerwehr Hochbrück rückte mehrere Male, auch noch Tage später, wegen Nachlöscharbeiten zu diesem Objekt aus.

Der nächste Großeinsatz war nur 4 Tage später: Ein schweres Unwetter ging über Dirnismaning und Ismaning nieder. Die Feuerwehr Hochbrück war in beiden Ortschaften bis spät in die Nacht eingesetzt, da in Hochbrück selbst nur ein paar Blätter von den Bäumen gefallen waren. Wo wir tätig wurden, waren ganze Bäume entwurzelt und Dächer abgedeckt.

Einen Monat später, am 21.08.1988, wurden wir im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zu einem Großbrand einer Lagerhalle nach Unterschleißheim in die Landshuter Straße alarmiert. Die ganze Nacht waren wir, wie auch viele andere Feuerwehren, mit der Förderung von Löschwasser beschäftigt. Wie bei den meisten Großbränden war die Brandursache auch hier Brandstiftung.

Am 15. November 1988 wurden wir zu einem “kleinen Ammoniakaustritt“ in einem Kühlhaus an der Schleißheimer Straße gerufen. Dieser eher harmlos beginnende Einsatz entwickelte sich zu einer mehrstündigen Aktion mit ABC-Zug, TU-Feuerwehr und Berufsfeuerwehr München sowie den Einsatzkräften unserer Nachbarfeuerwehren. Seither hat für uns der Gefahrstoff Ammoniak eine besondere Bedeutung.

Kommen wir jetzt wieder zu einem Großbrand in unserem Gewerbegebiet. Am 04.09.1989 wurden wir gegen 16:30 Uhr zu einem Brand in der Daimlerstraße alarmiert. Eine gewaltige Rauchsäule wies uns den Anfahrtsweg.

Die Lagerhalle stand im vorderen Drittel, in dem Möbel eingelagert waren, bereits in Vollbrand. Sofort erging eine Lagemeldung an unsere Einsatzzentrale und die Alarmierung der Feuerwehren von Unterschleißheim bis Haar begann. Auch die Berufsfeuerwehr München und Feuerwehren aus dem Landkreis Freising wurden später noch alarmiert. Die Lagerhalle hatte eine Größe von 140 x 35 m, also 4.900 m². Durch bauliche Fehler war die Funktion der Brandwände aufgehoben und das Feuer konnte auf den mittleren Teil der Halle übergreifen. Hier waren Feinkostartikel gelagert und besonders die Mayonnaise der Salate brannte wie Zunder. Das brennende Fett erzeugte riesige Flammen und eine weithin sichtbare rabenschwarze Rauchsäule. Löschwasser wurde in vielen Leitungen vom Schleißheimer Kanal zur Brandstelle gepumpt. Trotzdem konnte ein Übergreifen auf den hinteren Bereich der Halle wegen der baulichen Mängel nicht ver hindert werden. In diesem Bereich war, unter anderem, ein Zolllager mit tausenden Flaschen Krimsekt untergebracht. Die Löscharbeiten dauerten bis nach Mitternacht. Danach lösten wir uns mit den Garchinger Kameraden bei der Brandwache ab. Die nächsten Tage musste immer wieder nachgelöscht werden. Auch das geschmolzene Fett, das auf dem Löschabwasser trieb, musste fachgerecht durch einen Saugwagen entsorgt werden. Dieses Fett haftete auch an vielen Schläuchen und Geräten, die im Einsatz waren und musste in mehreren, zeitintensiven Reinigungsaktionen durch die Kameraden entfernt werden.

An den Faschingsdienstag 1990 werden sich sicher noch viele Hochbrücker erinnern. Der Sturm Wiebke fegte mit Orkanböen von 200 km/h über Bayern. Die Pappelallee entlang des Schleißheimer Kanals wurde in unserem Bereich durch eine gewaltige Böe umgeworfen. Die gesamte Hohe-Brücken-Straße war blockiert, und da durch die einzige Zu fahrt zu Alt-Hochbrück abgeschnitten. Unsere Feuerwehr machte die Straße mit Unterstützung eines Krans bis in die Nachtstunden wieder befahrbar. An Nachbarschaftshilfe durch andere Feuerwehren war nicht zu denken, sie hatten selbst genug Einsätze abzuarbeiten. In Hochbrück brannte keine Straßenbeleuchtung mehr und am Straßenrand lagerten meterhoch die Bäume, ein gespenstisches Bild in der Dunkelheit. Die Einsatztätigkeit erstreckte sich durch den lange anhaltenden Sturm auch auf die nächsten Tage, aber in weit geringerem Maße als am Faschingsende.

An einem Sonntagabend, am 8. April 1990, kam es in unserem Gewerbegebiet wieder zu einem Großbrand. Wir waren durch die vergangenen Schadensereignisse schon einiges gewöhnt, aber diesmal war es noch eine Nummer größer.

In der Robert-Bosch-Straße stand in einer 8.500 m² großen Lagerhalle, die von 11 Firmen genutzt wurde, ein Firmenbereich voll in Brand. Die Rückmeldung unseres ersten Fahrzeuges wurde von der Feuerwehreinsatzzentrale sofort der Alarmstufe 3 (Großbrand) zugeordnet, da man ja in der Zwischenzeit in Hochbrück Großbranderfahrung gesammelt hatte, und Alarm für einen großen Bereich ausgelöst. Die Wasserversorgung in dieser Straße ist durch nur eine Hydranten-Stichleitung besonders schlecht. Angerückte Kräfte aus dem Landkreis und der Stadt München konnten keinen wirksamen Löschangriff einleiten, da das Wasser nur für eine Feuerwehr reichte. Lange Schlauchleitungen von ergiebigeren Hydranten an der B471 und vom 1.300 m entfernten Schleißheimer Kanal mussten durch die Berufsfeuerwehr München aufgebaut werden. Dieses erforderte lange und wertvolle Zeit, denn der Brand griff durch die überbauten Brandwände auf immer weitere Hallenteile über. In der Zwischenzeit waren die Kräfte auf 500 Mann angewachsen, die Wasserversorgung funktionierte, aber die Halle stand jetzt in Vollbrand und an eine Brandbegrenzung war nicht mehr zu denken. An der Einsatzstelle waren 16 freiwillige Feuerwehren, vier Löschzüge der Berufs feuerwehr sowie der ABC-Zug und das THW eingesetzt. Gegen 24:00 Uhr kam die Meldung “Feuer in Gewalt“ und die ersten Kräfte konnten abgezogen werden. Die Feuerwehren Garching und Hochbrück lösten sich mit Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr München bei den Nachlöscharbeiten und der Brandwache bis zum nächsten Tag ab. Wieder waren bauliche Mängel und schlechte Wasserversorgung die Hauptgründe für einen Totalschaden an der Halle.

Der nächste Großbrand ließ nur ein Jahr auf sich warten. Am 04.06.1991 wurden wir durch die Meldung einer automatischen Brandmeldeanlage einer Firma für Bekleidung in der Carl-von-Linde-Straße alarmiert. Beim Eintreffen schlugen schon die Flammen aus den Fenstern. Auch hier war die Wasserversorgung schwierig und erforderte viel Zeit für den Aufbau einer langen Schlauchstrecke von der Schleißheimer Straße. Der Bürotrakt und eine Hallenhälfte konnten aber mit den Feuerwehren des gesamten Abschnitts gehalten werden.

Die Probleme der Wasserversorgung bei Großbränden in unserem Gewerbegebiet beschäftigten Stadtverwaltung und Feuerwehr, denn bis ein Schlauchwagen der Berufsfeuerwehr aus München die Einsatzstelle erreicht und eine lange Schlauchstrecke aufgebaut ist vergehen mehr als eineinhalb Stunden. Die Stadt Garching gab Gutachten zur Verbesserung der Wasserversorgung im Gewerbegebiet in Auftrag. Die Realisierung scheiterte jedoch an den zu hohen Kosten. Die Idee zum Umbau unseres ausgemusterten TSF in einen Schlauchwagen mit 1000 m B-Schläuchen ließ Rudi Naisar und Erwin Haug nicht mehr los. Wir erhielten die Unterstützung des damaligen Bürgermeisters, unserem heutigen Ehrenmitglied Helmut Karl, und die Umrüstung konnte 1993 beginnen. Nach einem halben Jahr waren die Arbeiten beendet, die komplette Ausrüstung beschafft und in Eigenleistung eingebaut.Im Januar 1994 wurde der SW 1000 mit dem Funkrufnamen Hochbrück 87/1 in Dienst gestellt. Dass es in den nächsten Jahren nicht gleich zu Großbränden und spektakulären Einsätzen gekommen ist, lag nicht in unserer Hand.

1994 gab es eine Neuerung bei unserer Feuerwehr. War die Feuerwehr bisher eine reine Männerdomäne, so änderte sich das in diesem Jahr gewaltig. Simone Schöppe trat als erste Frau in eine Feuerwehr der Stadt Garching ein. Damals gab es bei manchen schon Bedenken, aber die Eingliederung hat bei uns bestens funktioniert und das ist bis heute so geblieben. Heute ist es selbstverständlich, dass Mädchen und Frauen Dienst bei der Feuerwehr leisten. In unserer Feuerwehr sind zur Zeit sechs Feuerwehrfrauen aktiv.

1995 gab es wieder etwas Neues in Garching und besonders in Hochbrück. Am 28.10.1995 wurde die U-Bahnstrecke der Linie U6 von Fröttmaning nach Garching-Hochbrück offiziell in Betrieb genommen. Die Feuerwehren Garching und Hochbrück wurden vorher mit U-Bahn Hebesätzen ausgerüstet und bekamen so ein völlig neues Aufgabengebiet. Einige Übungen und Einweisungen wurden bis zur Eröffnung durchgeführt und sind bis heute im Übungsplan jedes Jahres zu finden.

Im April 1997 brannte das Maschinenhaus der Recycling-Anlage an der Ingolstädter Straße. Da es ein Vormittag unter der Woche war, muss ten mehrere Feuerwehren alarmiert werden um den Großbrand der Transformatoren zu löschen. Das Gebäude konnte gehalten werden, nur der Dachstuhl wurde ein Raub der Flammen.

1997 legte unser lang amtierender Vorstand Walter Furchtsam sein Amt nieder. Zum neuen Vorstand des Feuerwehrvereins wählte die Hauptversammlung Christian Furchtsam. Als zweiter Vorstand ging David Ward aus der Wahl hervor. Beide üben ihre Ämter bis heute aus.

Unsere Bruderwehr aus Garching feierte im Juli 1998 ihr 125-jähriges Gründungsfest, zu dem wir natürlich eingeladen waren und bei dem wir mitgefeiert haben. 1999 hatte die Unterschleißheimer Feuerwehr den gleichen Jubiläumsgrund und suchte für ihre neue Fahne noch einen Patenverein. Hier fiel die Wahl auf uns Hochbrücker. Wir waren stolz darauf und sagten natürlich zu. Nach dem unvergessenen Patenbitten im Frühjahr in unserem vollbesetzten Gerätehaus folgte im Sommer das große Fest mit allen Vereinen in Unterschleißheim.

Bei unserer Feuerwehr stand nach 28 Einsatzjahren die Erneuerung des Tanklöschfahrzeuges TLF 16/25 an. Dieses Fahrzeug stellt das Rückgrat unserer Einsatzfahrzeuge dar und rückt nahezu bei jedem Einsatz aus. Mit der Fahrzeugkonzeption und der Erstellung der bundesweiten Ausschreibungsunterlagen wurde unser Gerätewart Martin Zölfel beauftragt. Bei der Firma Ziegler in Giengen wurde im April 2000 ein multifunktionales Hilfeleistungs-Tanklösch-Fahrzeug neuester Bauart abgeholt. Dieses Fahrzeug erhöht durch die Vielfalt der untergebrachten Ausrüstungsgegenstände und die mitgeführten Löschmittel Wasser und Schaum die Schlagkraft unserer Wehr. Technische Hilfeleistung und Löscheinsatz sind mit dem neuen Fahrzeug, das sieben Mann Besatzung hat, gleichermaßen möglich. Das ausgemusterte Fahrzeug wurde günstig an unsere Partnerfeuerwehr Böhlitz in Sachsen verkauft, tut dort immer noch seinen Dienst und ist nun dort das Haupteinsatzfahrzeug.

Zu einem Großeinsatz wurden wir am Abend des 28.11.2001 nach Dirnismaning alarmiert. Eine Strohbergehalle stand hier in Vollbrand und ein Großaufgebot an Feuerwehren rückte an.

Die Hauptaufgabe unserer Feuerwehr bestand darin, die Brandstelle mit Löschwasser vom Schleißheimer Kanal zu versorgen. Die gesamten 1000 Meter Schlauch unseres Schlauchwagens wurden ausgelegt und stundenlang zur Löschwasserförderung eingesetzt. Natürlich müssen diese Schläuche nach Beendigung des Einsatzes wieder gerollt, verladen, gereinigt und schließlich der Schlauchwagen auch wieder einsatzbereit beladen werden. Viel Arbeit für unsere Feuerwehrleute.

Da es jederzeit zu solchen Großschadensereignissen kommen kann, bei denen ein Fahrzeug dieses Typs benötigt wird, sprach Kommandant Rudi Naisar mit dem Bürgermeister über eine Ersatzbeschaffung des Schlauchwagens für die Stadt Garching. Zur Betreuung des flächenmäßig größten Industriegebietes im Landkreis München und zur Absicherung auf Bundesautobahnen ist ein solches Fahrzeug bei uns erforderlich. Nach einigem Hin und Her kam man zu dem Ergebnis, dass die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges, auch bei der damaligen angespannten Finanzlage, die wirtschaftlichste Lösung wäre.

Wieder übernahm Gerätewart Martin Zölfel die Planungen. Auch hier ist ein vielseitig einsetzbares Versorgungsfahrzeug das Ergebnis. Im April 2003 konnte der neue Schlauchwagen SW 2000 Tr in Rendsburg in Schleswig-Holstein abgeholt werden. Dieses Fahrzeug hat 2000 Meter B-Schläuche, die bereits aneinander gekuppelt sind, auf der Ladefläche. Die primäre Aufgabe des Fahrzeuges ist die Wasserförderung zur Brandstelle, aber auch die Ausleuchtung der Einsatzstelle mit dem Lichtmast oder die Absicherung der Einsatzstelle als letztes schweres Fahrzeug auf Autobahnen und Bundesstraßen sind Verwendungsmöglichkeiten. Die Ladebordwand kann als Rettungsplattform, aufgrund der Geländegängigkeit des Fahrzeugs auch abseits der Straße, Anwendung finden. Auch für den Transport von Materialien und Hilfsgütern (z.B. Sandsäcke) zur und von der Einsatzstelle, besonders im Katastrophenfall, kann das Fahrzeug verwendet werden.

Die Indienstnahme des neuen Schlauchwagens bedeutete aber auch, dass unser Borgward Baujahr 1957, der also genauso alt wie unsere Feuerwehr ist, als Einsatzfahrzeug endgültig ausrangiert wurde. Die Freiwillige Feuerwehr Hochbrück ohne den Borgward – ein Gedanke, mit dem sich einige unbeugsame altgediente Feuerwehrleute nicht so recht anfreunden wollten, denn dieses Fahrzeug ist Sinnbild für den Aufbau unserer Feuerwehr und die Eigeninitiative der Feuerwehrdienstleistenden. Als unsere Bierkrüge zum 30-jährigen Jubiläum gestaltet wurden, war klar, welches Motiv die Krüge zieren sollte: Unser Borgward. Seitdem ist er sozusagen das Wappenfahrzeug unserer Feuerwehr. Der Feuerwehrverein erwarb das Fahrzeug für den symbolischen Betrag von 1 Euro von der Stadt Garching. Unser Borgward ist bei Kommandant Rudi Naisar untergestellt und nimmt an Festumzügen und Oldtimertreffen teil. Aus Kostengründen wurde bei dem neuen Schlauchwagen unsere Tragkraftspritze TS 8/8 Baujahr 1966 mit übernommen. Eine Überprüfung durch den technischen Prüfdienst der Feuerwehrschule ergab, dass ihre Leistung von 750 l/min nicht mehr der Norm entspricht. Eine Erneuerung der Pumpe mit Zuschussgenehmigung wurde mit der Stadt Garching vereinbart. Die leistungsfähige Tragkraftspritze nach neuer europäischer Norm und mit einer Förderleistung von 1.800 l/min wurde 2005 geliefert und in den Schlauchwagen verladen. Jetzt war dieser auch pumpenmäßig auf dem neuesten Stand.

Die Stadt Garching verabschiedete 2003 die erste Gebührensatzung zur Verrechnung von Leistungen der freiwilligen Feuerwehren der Stadt. Seitdem sind die Abrechnungen von Versicherungsschäden, Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen und die direkte Zuordnung von Lohnfortzahlungen für Feuerwehrdienstleistende, die bei Einsätzen den Arbeitsplatz verlassen müssen, satzungsmäßig geregelt. Diese Gebührensatzung wurde 2005 den häufigen Fehlalarmierungen durch automatische Brandmeldeanlagen an gepasst und er möglicht so eine einfachere pauschale Verrechnung. Die Feuerwehr Hochbrück betreut heute in ihrem Schutz gebiet 53 Brandmeldeanlagen und liegt da mit auf dem dritten Platz im gesamten Landkreis München. Die modernen Anlagen zur Brandfrüherkennung, zur Brandfallsteuerung und zur Brand ab wehr erfordern um fangreiche Kenntnisse bei den Feuerwehrdienstleistenden. Für fast alle Objekte sind Feuerwehreinsatzpläne bei den Feuerwehren in Papierform vorhanden. Die gleichen Pläne sind in digitaler Form im neuen Einsatzleitwagen des Landkreises München gespeichert und können bei Großschadensereignissen direkt vor Ort bearbeitet und ausgedruckt werden.

Am Samstag, den 10.12.2005 gegen 23:00 Uhr wurde unser Schlauchwagen, zusammen mit zwei anderen Schlauchwägen aus dem Landkreis München, zur Verstärkung zu einem Raffineriebrand nach Münchsmünster im Landkreis Pfaffenhofen gerufen. Unter der Führung eines Kreisbrandmeisters rückte der Konvoi Richtung Donau in den zugewiesenen Bereitstellungsraum ab. Es kam nicht mehr zur Auslegung der Schläuche, da der Brand in der Zwischenzeit unter Kontrolle war. Dieser Einsatz erscheint zunächst nicht so bedeutend, da hier kein Eingreifen mehr erforderlich war, für unsere Feuerwehr aber war es der erste überregionale Einsatz in der Geschichte. Er zeigt, dass unserem Fahrzeug in der Kreisbrandinspektion Bedeutung beigemessen wird, obwohl wir eine kleinere Feuerwehr sind.

Der Weiterbau der U-Bahn vom Bahnhof Garching-Hochbrück bis zu den Forschungsinstituten brachte viele Übungen und Begehungen zur Vertiefung der Ortskenntnis mit sich. Ein lang gehegter Traum ging für die Stadt Garching am 14.10.2006 in Erfüllung. Die U-Bahn fährt in einem 17 m tiefen Tunnel durch Garching und hält hier auch am Maibaumplatz. Für die Feuerwehr eine große Herausforderung, ist es doch der erste unterirdische Bahnhof im Münchener U-Bahn-Netz, der von freiwilligen Feuerwehren betreut wird. Die Feuerwehr Garching, die TU-Werksfeuerwehr und die Feuerwehr Hochbrück bilden die ersten Löschzüge, die bei einem Schadensereignis, welches hoffentlich nie eintritt, gerufen werden.

Am 22. Januar 2007, genau 50 Jahre nach der Gründung, traf sich die Vorstandschaft mit den noch hier in Hochbrück lebenden Gründungs mitgliedern zu einer kleinen Feierstunde um das runde Jubiläum unserer Feuerwehr würdig zu begehen. Das Gründungsprotokoll und einige Schreiben aus längst vergangenen Zeiten wurden vorgetragen. Dieses Treffen war die Einstimmung auf die noch anstehenden Feierlichkeiten im Mai 2007. Feuerwehrtechnisch steht in diesem Jahr die Ersatzbeschaffung unseres Mehrzweck- und Mannschaftstransport-Fahrzeuges, allerdings erst nach den Festveranstaltungen, an.

Wir hoffen, Ihnen einen interessanten Einblick in unsere Geschichte und in die Aufgaben einer modernen Feuerwehr gegeben zu haben. Wir wünschen Ihnen schöne Festtage und viel Freude bei unseren Feierlichkeiten und verbleiben mit unserem Leitspruch:

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!



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